Die Unzulänglichkeit der derzeitigen nicht ionisierenden Strahlungsnormen für den lebenden Organismus
Die derzeitigen Sicherheitsnormen, die für die Exposition von Menschen festgelegt wurden, bestehen im Einschränken der Strahlungsstärke. Sie werden ausschließlich durch die gleiche physikalische Messung der Menge Energie erstellt, die vom Sender abgestrahlt oder von dem inerten Material absorbiert wird, das der Strahlung ausgesetzt ist (SAR).
Die Sicherheitsnormen in den westlichen Ländern bieten kein angemessenes Schutzniveau im Vergleich zu östlichen Ländern (zum Beispiel Russland), die stärker einschränken und aus ihrer Erfahrung mit den nicht thermalen und ELF-Effekten resultiert.
„Allgemeiner gesehen fordern die derzeitigen Gesetzgebungen zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) in Großbritannien und der EU, dass alle elektronischen Güter, die in der EU zum Verkauf angeboten werden, bis zu einer Exposition mit einem elektrischen Feld von 3 V/m zufriedenstellend funktionieren.
Leider reicht die gleiche Besorgnis derzeit jedoch nicht bis zum menschlichen Organismus, der im Allgemeinen als für gegen negative Einflusse von GSM-Strahlungen als immun betrachtet wird, und zwar aufgrund der Tatsache, dass deren Intensität* viel zu niedrig ist, um irgendwelche gesundheitsschädlichen Niveaus an Erhitzung des Körpergewebes zu verursachen (wie dies anhand der so genannten spezifischen Absorptionsrate oder SAR quantifiziert wird). Für den Menschen wird diese Erhitzung im Allgemeinen und gegensätzlich zum Fall der elektronischen Geräte als der einzige negative Effekt betrachtet. Ferner, und da liegt das Paradox, erlauben es bestimmte Sicherheitsrichtlinien auf Wärmebasis (wie zum Beispiel die von ICNIRP oder CENELEC) derzeit, dass der Benutzer elektrischen Feldern ausgesetzt wird, die mehr als zehn Mal so stark sind wie die EMV-Norm von 3 V/m (für elektronische Geräte)! [G.Hyland]
*Die Stärke wird entweder als eine elektrische (magnetische) Magnetfeldstärke im V/m (Tesla) oder als eine Leistungsdichte in Watt/cm2 ausgedrückt, je nach dem, ob sie sich auf nahe oder entfernte Feldbedingungen beziehen, wobei die einen sich auf die Verwendung des Geräts beziehen und Letztere auf die öffentliche Exposition in der Nähe einer Basisstation.”
- zu extrem niedrigen Frequenzen (ELF) und nicht thermalen Effekten
In einer wissenschaftlichen Analyse, die von Experten aus dem Westen und der ehemaligen Sowjetunion 1998 in Zusammenhag mit Arbeiten ausgeführt wurden, die in östlichen Ländern abgeschlossen wurden und bisher im Westen unbekannt waren, haben Experten empfohlen, dass die Erstellung von Normen zum Schutz des Menschen vor Strahlung sehr niedrige und extrem niedrige Frequenzen berücksichtigen sollte (Grigoriev, 1998). Diese Empfehlung kam in einem passenden Augenblick, insbesondere weil extrem niedrige Frequenzen kürzlich als potenziell karzinogene Faktoren eingestuft wurden (Portier und Wolfe, 1998).
Im Jahr 2001 müssten die Normen den Beschluss berücksichtigen, den die International Agency for Research in Cancer (IARC) gefasst hat, die zur World Health Organisation gehört, nämlich den Frequenzbereich der ELF in die Kategorie „Klasse 2B“ einzustufen, das heißt als einen „karzinogenen Faktor mit beschränkter oder möglicher Evidenz“.
Diese Einstufung des ELF-Bereichs als krebserregend zeigt, dass die athermalen Effekte im Allgemeinen berücksichtig werden sollten (denn ELF gehören zu einem Frequenzenbereich, der keine thermalen Effekte hat).
- Paradoxe unter den für verschiedene strahlende Maschinen festgelegten Normen
Die EM-Normen werden in Übereinstimmung mit den Frequenzbereichen und dem Expositionsniveau (Stärke, Leistung) erstellt, obwohl sich dabei bestimmte Paradoxe ergeben:
- für die von Mobiltelefonen abgegebenen ELF gibt es keine Norm, während die Stärke der von Mobiltelefonen abgegebenen ELF (die man ans Ohr hält) eine Leistung erreichen kann, die zwischen 10 und 25 Mal größer ist (1,8 µT bis 5,2 µT; Linde T. und Mild Kh.) als die der MPR3-Normen, die sich auf die ELF beziehen, die von Computerbildschirmen abgegeben werden (0,2 µT in 50 cm).
- während Bewohner kontinuierlich sendenden Relaismasten und Basisstationen der Mobiltelefonie ausgesetzt sind, ebenso wie deren Mikrowellenstrahlung, die in ELF moduliert wird, gibt es keine Empfehlungen, Leitlinien oder Richtlinien, die die nicht thermalen Effekte von ELF-Signalen einer Relaisstation berücksichtigen.
Ferner stellt man ironisch fest, dass die derzeitige Gesetzgebung in der EU zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) fordert, dass alle elektronischen Geräte, die zum Verkauf angeboten werden, zufriedenstellend funktionieren, wenn sie mit elektrischen Feldern bis zu 3 V/m exponiert werden.
- für den lebenden Organismus erlauben es die Sicherheitsnormen für den Menschen (die absurderweise immer noch auf rein thermalen Betrachtungen aufbauen (d. h. ohne Berücksichtigung der Stärke), wie zum Beispiel auf den Normen ICNIRP oder CENELEC), dass die Benutzer elektrischen Feldern ausgesetzt werden, die mehr als zehn Mal so stark sind wie das Niveau, das die EMV-Normen für elektronische Geräte auf 3 V/m festgelegt haben.
- zu Mikrowellen, Wärmeeffekten, Mobiltelefonen und S.A.R.
Die Normen oder besser gesagt Empfehlungen für die Mobiltelefonie betreffen nur Expositionsniveau, die zur Hitzeeffekten in Geweben mit akutem Niveau und kurzfristig als direkte Reaktion auf „hohe Dosen“ führen können.
Die Normen für die Emissionen aus Mobiltelefonen, die für den Mikrowellenfrequenzbereich von 0,8-0,9 bis 1,8-1,9 GHz gelten, basieren auf Erhitzen, wie dies durch die Bewertung der spezifischen Absorptionsrate (S.A.R.) der Energie durch die Gewebe quantifiziert wird.
Sie berücksichtigen daher nur den Wärmeeffekt.
„Meistens wird die SAR-Messung entweder auf Tierkadaver oder auf synthetische Äquivalente von Gewebe oder „Phantom“-Organe angewandt, deren physikalische und chemische Eigenschaften mit denen lebendiger Gewebe verglichen werden. Da SAR nicht am lebenden menschlichen Gehirn bei seiner „elektromagnetischen“ Tätigkeit gemessen werden kann, wird die Sonde in eine Flüssigkeit eingetaucht, die die elektrischen Eigenschaften von biologischem Gewebe simulieren soll.
Das „Phantom“ ist bloß die Nachahmung des Volumens eines menschlichen Kopfes gefüllt mit einer salzhaltigen Flüssigkeit, die physiologischer Kochsalzlösung entspricht. Phantome und Körper sind jedoch inerte Objekte, die aufgrund ihrer Beschaffenheit leblos und daher nicht in der Lage sind, irgendwelche messbaren Reaktionen abzugeben. Daher ist SAR die einzige physikalische Signatur der elektrischen Komponenten von Mikrowellen und hat in dieser Hinsicht keine biologische Bedeutung, denn ihre Messung erfolgt nicht gleichzeitig mit der Beobachtung eines biologischen Effekts an einem lebenden Organismus. Natürlich weist das Messen der SAR am lebenden Organismus technische Probleme auf, die mehr als nur schwierig zu lösen sind! Wir können daher die Gültigkeit und den Nutzen von SAR, wie sie derzeit gemessen oder berechnet wird, in Frage stellen, außer wenn man sie als einfachen Hinweis auf die Menge Energie betrachtet, die in den Geweben abgelegt wird.” [B.J.Youbicier-Simo]
- Die Reduzierung der Strahlung ist angesichts der biologischen Ergebnisse keine Lösung
Für Computerbildschirme berücksichtigen die MPR3-Normen die nicht thermalen Effekte von ELF auf die Gesundheit (da die ELF zu einem Frequenzbereich gehören, bei dem kein Wärmeeffekt auftritt und die Normen eine maximale Verringerung der Stärke der Emissionen fordern, was einem Versuch gleich kommt, die nicht thermalen oder athermalen Effekte zu regeln).
Trotz dieser Norm, die ein Minimum an Stärke für ELF fordert, entstehen biologische Störungen und Gesundheitsprobleme (Youbicier-Simo 1997; Bastide 2001) wie wir in den veröffentlichten Studien nachweisen, die weiter unten in diesem Dokument beschrieben werden. Für die „Leitlinien oder empfohlenen Limits“ für die Mobiltelefonie (noch gibt es keine gesetzliche Norm) wird nur der Wärmeeffekt (SAR) von Mikrowellen quantifiziert, während die ELF und ihre nicht thermalen Effekte unberücksichtig bleiben.
Trotz dieser Einschränkung (SAR) oder der allmählichen Reduzierung der Stärke von Mikrowellen durch die Hersteller und sogar nach dem völligen (experimentalen) Weglassen von Mikrowellenstrahlung erkennt man biologische Störungen mit dem gleichen Stärkegrad (Youbicier-Simo 2000-2001; Bastide 2001).
Die extrem niedrigen Frequenzen (ELF) von Computerbildschirmen, Mobiltelefonen und Basisstationen für Mobiltelefone können nicht eliminiert werden: Weder die Verringerung ihrer Stärke noch Techniken zum Filtern der anderen Frequenzbereiche sind in der Lage, eine Lösung für den effektiven Schutz lebender Organismen zu bieten.
Da die quantitative und proportionale Beziehung zwischen „Dosis und Effekt“ nicht linear ist, d. h. die Stärke des elektromagnetischen Felds, führt seine Steigerung oder Verringerung nicht zu einer anteilsmäßigen biologischen Reaktion (nämlich entweder Steigen oder Sinken) bei den lebenden Organismen, die diesen Feldern ausgesetzt werden, und man kann daher nicht systematisch ein Zurückgehen der Symptome des biologischen Stresses erwarten (oder das Einsetzen von Stressprozessen auf Zell- und Organniveau verhüten), indem man die Stärke oder die Leistung der ELF-Strahlung oder Mikrowellen verringert.
Es ist klar, dass die steigende Anzahl von Relaisantennen, deren Leistung niedriger ist als bei dem existierenden, nicht garantiert, dass es keine biologische Reaktion gibt oder die Sicherheit der Gesundheit der Bewohner garantiert ist. Bisher wurden keine Studien der Industrie- oder Regierungsforschungsnetze zu den biologischen Reaktionen in Folge der Exposition mit einer Basisstation starker oder geringer Stärke veröffentlicht.
Die Ergebnisse einer Studie auf die Embryonensterblichkeit, durchgeführt von TECNOLAB für drei Niveaus von BTS (Base Transceiver Station)-Exposition: bei 41 V/m, 6 V/m und 2 V/m zeigen, dass das höchste Toxizitätsniveau bei 41 V/m (79 % Sterblichkeit) besteht und bei 6 V/m ( 51 % Sterblichkeit) sinkt, und dass die Toxizität bei 2 V/m (32 % Sterblichkeit) zwar geringer aber immer noch vorhanden ist.
- Warum kann man die Prinzipien dieser Normen in Frage stellen, wenn es um den biologischen Schutz geht?
Weil eine Schutznorm für Lebewesen sich allein auf biologische Reaktionen verlassen sollte. Derzeit werden diese Normen jedoch in Übereinstimmung mit theoretischen Werten und herkömmlicher Physik erstellt, das heißt mit veralteten Kriterien, die für Lebewesen ungeeignet sind.
Die theoretischen Arbeiten in der Biophysik und die meisten jüngeren Experimente mit Tieren oder Menschen haben nämlich Folgendes gezeigt:
1) Es gibt für ein niedrigeres theoretisches Stärkelimit mit einem nicht ionisierenden Effekt auf die Zelle eines Lebewesens kein Limit“ (Dr. V. Binhi in „Magnetobiology“ - Academic Press).
Lebewesen reagieren auf ultraniedrige Stärken externer Felder empfindlich, weil der Organismus selbst für sein Funktionieren extrem niedrige elektromagnetische Energie verwendet.
Diese Empfindlichkeit bedeutet:
- Entweder auf atomarem Niveau: Zum Beispiel die Fähigkeit des Auges, ein einzelnes Lichtphoton zu erkennen. (Zur Erinnerung: Ein Photon ist ein Elementarteilchen, das die kleinste Menge elektromagnetischer Energie trägt, die für jede Frequenz spezifisch ist).
- Oder auf Zellenniveau: Die Kapazität von Proteinen und des Genoms, auf ultraschwache Stärke und extrem niedrige Frequenzen zu reagieren, von ihnen beeinflusst zu werden;
- Oder auf Organniveau: Zum Beispiel die Fähigkeit des Gehirns oder des Herzens mit ähnlichen externen Frequenzen oder Stärken in Resonanz zu treten. Das Herz sendet mit einer Stärke von 100 000 femtoTesla bei elektrischen Frequenzen von 1 bis 2 Hz. Die Stärke des magnetischen Sendens des menschlichen Gehirns liegt bei 150 femtoTesla bei elektrischen Frequenzen von 0 bis 31,5 Hz. Der Magnetsturm, der vom Gehirn bei einem epileptischen Anfall erzeugt wird, produziert eine Induktion von 1000 femtoTesla bei Frequenzen in der Nähe von 17-18 Hz. Man beachte, dass das ELF-Magnetfeld eines Videobildschirms 250 nanoTesla bei einer Standardworkstation beträgt, was eine Million Mal höher ist als das Magnetfeld, das von den oben genannten Organen erzeugt wird.
2) Die Dauer der Exposition und ihre Chronizität sind Schlüsselfaktoren für die Bestimmung biologischer Reaktionen (Pr. Y. Grigoriev).
3) Der längere Gebrauch von Standardgeräten schließt die Möglichkeit entweder akuter Toxizitätserscheinungen oder Symptomen chronischen Stresses nicht aus (Bastide; Canavan; Clements-Croome; Stepanov; Miyata; etc.). |